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Die Tür

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Ganz auf sich alleine gestellt versteckte sich Tim in einer Gasse. Weinend saß er da herum und betete mit seiner Schwester an der Hand „Ach, lieber Gott ich habe meinen Vater, meine Mutter, und meine ganze Familie verloren. Jetzt stehe ich mit meiner erst dreijährigen Schwester da, ich weiß nicht genau was ich machen kann und habe Angst. Das einzige, was ich noch habe, ist meine Schwester, eine Seekarte und das kleine Boot meiner Mutter, ich will mich und meine Schwester möglichst weit weg bringen, bitte hilf mir.“

Der achtjährige Tim überlegte und überlegte, er guckte sich die Karte mehrere Male an, bis er dann wusste, wohin er wollte, er markierte den Punkt, und zwar Liantra, das andre Ende der Welt. Er riss sich zusammen, trug seine Schwester und sagte sich: „Das schaffen wir.“ Samt seiner Schwester und der Karte rannte er die kleine schmale Geollinstraße entlang, obwohl er Menschen hörte, die um Hilfe riefen. In wenigen Minuten war er die Straße hinunter gerannt. Er sprang ins Boot seiner Mutter und segelte weinend los: „Ach, warum musste uns alles geschehen?“

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In dieser Nacht hatte Tim nur zwei Stunden geschlafen, um auf seine Schwester
aufzupassen. Tim wunderte sich nicht warum es stilles Meer hieß. Als Tim aufwachte,
wunderte er sich aber, warum er auf einem riesigen Felsen saß. Nein! Es war ein riesiger
Pottwal! Doch jetzt tauchte er ab, denn ein Lautes Dröhnen kam näher, es war ein Sturm. „Hilfe!“, rief Tim, er betete: „Gott, bitte hilf mir und meiner Schwester zu überleben.“

In diesem Moment zog ein alter Mann sie mit einem Seil ans Land. Er fragte: „Warum fahrt
ihr ohne eure Eltern auf diesem Boot?“ Tim antwortete: „Unsere Eltern sind im Krieg
gestorben und wir mussten unsere Heimat verlassen.“ Der alte Mann entgegnete: „Es tut mir leid für euch. Ihr dürft bei mir bleiben, denn hier ist es gefährlich, ich bin alt und habe nicht viel zu bieten, trotzdem kann ich dir Segeln beibringen, dann kannst du später weiter segeln.“ Im nächsten Jahr konnte Tim schon richtig Segeln.

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Eines Tages sagte der alte Mann: „Tim, ich bin alt, ihr könnt nicht für immer bei mir bleiben, passe gut auf deine Schwester auf, ich hoffe, dass du es schaffen wirst.“ „Danke“, entgegnete Tim. Dann segelten er und seine Schwester den Dschungelfluss entlang. Viele exotische Pflanzen waren um den Fluss herum. „Guck mal da!“, sagte seine Schwester, sie zeigte auf eine riesige Blume, deren Blüten zwei Meter groß waren. Um seine Schwester zu beeindrucken, sagte Tim: „Guck doch dort!“ und zeigte auf einen Löwefant mit einer goldenen Mähne, riesigen Füßen, zwei großen Ohren und scharfen Zähnen. Bald darauf sind sie in Liantra angekommen. In der Stadt lebten sie aber auf der Straße. Es war eine harte Zeit für sie. Sie hatten nur wenig zu essen, aber überlebten es.

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Eines Tages aber blieben alle Menschen zuhause, alles war still. Tim hatte mitbekommen, dass eine Krankheit sich in der Stadt verbreitet hat. Er rannte zu seiner Schwester und erzählte ihr alles. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als von Tür zu Tür zu gehen und nach Hilfe zu rufen. Das taten sie dann, doch niemand machte die Tür auf. Bis sie schließlich an eine Tür gingen und klopften. „Hilfe!“, rief Tim. Der Mann, der in diesem Haus lebte, erkannte, dass das eine Kinderstimme war.

Er machte die Tür auf. Als er die Kinder sah, fragte er: „Was macht ihr Kinder draußen, jeder sollte doch zu Hause bleiben! Und wo sind eure Eltern?“ Tim antwortete: „Wir haben aber kein Zuhause, wir sind geflüchtet, unsere Eltern sind im Krieg gestorben. Und wir wollten Sie fragen, ob sie Platz hätten uns aufzunehmen, es ist ja nur dieser Winter.“ „Ich habe nur wenig Platz, aber da es draußen gefährlich ist, nehme ich euch für kurze Zeit auf.“ Tim bedankte sich. Den Winter hatten Tim und seine Schwester viel Spaß. Tim erzählte dem netten Herrn, dass er bald Geburtstag hätte.

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Eines Tages sagte der Herr: „Tim, ich wünschte, dass ich euch groß ziehen könnte, aber ich muss bald ins Altersheim. Ich habe euch in einem Waisenhaus angemeldet. Guck mal, wer vor der Tür steht.“ Tim machte die Tür auf und eine junge Dame kam hinein und sagte: ,,Hallo Tim und Isabella. Ich bin die Besitzerin des Waisenhauses, nennt mich Frau Karpfen.“ Sie sagte dies, als ob sie ihn kannte. „Sie waren mir eine große Hilfe.“, sagte Tim zur Verabschiedung. „Du warst mir auch eine große Hilfe, auf Wiedersehen.“, sagte der Mann unter Tränen.

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Die Frau fragte eine Menge Fragen auf dem Weg ins Waisenhaus. Vor dem Waisenhaus
angekommen sahen sie zwei große goldene Pfähle, wo oben auf einem Schild Flamingo
Waisenhaus stand. Sie lernten alle anderen Waisenkinder kennen und es gab ein
gemeinsames Abendessen, wo alle sich vorstellten. Als er die Nacht im Bett lag, dachte er an den Mann, der sie vom Sturm gerettet hatte und an den, der ihn und seine Schwester den Winter über aufgenommen hatte, sie hatten ihn durch die Tür der Hoffnung gebracht!
Abel Asrat Yemaneh, 5T2

Auch dieser bewegende Text ist ein Beitrag zum Literaturwettbewerb der Schreibwerkstatt des Heimfelder Kulturvereins „Alles wird schön.

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